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10.02.2012

Nationales Gipfeltreffen der Green Economy in Bern

Ein Jahr nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima treffen sich vom 13. bis 15. März führende Exponenten der Green Economy erstmals an der Veranstaltung Cleantec City, dem neuen Treffpunkt der Schweizer Cleantech Community. Auftakt zur dreitägigen Veranstaltung Cleantec City auf dem Berner Messeplatz bildet das Symposium am 13. März. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Autor von «Faktor Fünf»), Siegfried Gerlach (CEO Siemens Schweiz), Walter Steinmann (Direktor Bundesamt für Energie) und weitere renommierte Keynote-Speaker präsentieren ihre Rezepte und Visionen für den ökologischen Umbau der Schweizer Wirtschaft.

«Cleantech: Modewort oder reale Chance für Wirtschaft und Gesellschaft?» So lautet der Titel des Symposiums Cleantec City, zu dem Mitte März mehrere Hundert Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft erwartet werden. Das Symposium verspricht wichtige Impulse für den Umbau der Schweizer Wirtschaft in Richtung Energiesparen und Ressourceneffizienz, wie ihn der Bund mit dem «Masterplan Cleantech» auf die nationale Agenda gesetzt hat. Die Cleantech Community wird in der Bundesstadt zusammenkommen, um auf der nationalen Plattform die politischen Rahmenbedingungen und das wissenschaftliche Innovationspotenzial zu erörtern – zwei wichtige Voraussetzungen für die Implementierung sauberer Technologien in der Schweiz. Das Symposium findet erstmals statt und ist in dieser Form einzigartig.

Hochkarätig besetztes Symposium
Ernst Ulrich von Weizsäcker, «Club of Rome»-Mitglied und Vordenker für nachhaltiges Wachstum mit internationalem Renommee, spricht in seinem Keynote-Referat vor den versammelten Entscheidern über die «Anforderungen an eine 'neue' nachhaltige Welt». Zusätzlich zu dieser globalen Perspektive halten weitere ausgewiesene Kenner der Green Economy Keynote-Referate am Symposium Cleantec City. Es sprechen Siemens Schweiz CEO Siegfried Gerlach, Professor Alexander Klapproth von der Hochschule Luzern und Patrick Hofer-Noser, Chief Technology Officer der Meyer Burger Technology AG, Präsident der Exportplattform Cleantech Switzerland und Andreas Rickenbacher (Volkswirtschaftsdirektor Kanton Bern). Am Podium «Cleantech zwischen Utopie und Realität» – ein weiteres Element des Symposiums – diskutieren Daniel Schafer (CEO Energie Wasser Bern), Jürg Bucher (Konzernleiter der Schweizerischen Post), Nick Beglinger (Präsident swisscleantech), Dominique Reber (economiesuisse) und Professor Alexander Klapproth (Hochschule Luzern). Den Schlusspunkt des halbtägigen Symposiums setzt Dr. Walter Steinmann, Direktor Bundesamt für Energie. Er wirft die Frage auf: «Die Energiewende – Freie Fahrt für den Cleantech-Zug: Fährt die Schweiz mit?»

Dreitägige Plattform mit Fachtagungen und Ausstellung
Das Symposium bildet den Auftakt der dreitägigen Veranstaltung Cleantec City, der Schweizer Plattform für nachhaltige Entwicklung von Gemeinde, Stadt und Unternehmen, die erstmals vom 13. bis 15. März auf dem Messeplatz der BERNEXPO AG in Bern stattfindet. Aussteller aus der ganzen Schweiz präsentieren dort saubere Technologien aus den Bereichen Energie, Gebäudetechnik und Infrastruktur, aber auch Instrumente der nachhaltigen Raumplanung sowie innovative Mobilitätskonzepte. Ebenso Teil der Cleantec City sind zwei Fachtagungen am 14. und 15. März an denen insgesamt über 50 Cleantech-Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden sprechen.

Praxisnaher «Städte- und Gemeindetag»
Die erste Fachtagung – der «Städte- und Gemeindetag» am 14. März – spricht Energie- und Infrastrukturfachleute aus Städten und Gemeinden, aber auch kommunalpolitische Verantwortungsträger sowie Planer, Ingenieure und Berater an. Insgesamt sechs Veranstaltungsblöcke behandeln die neusten Trends in der kommunalen Infrastruktur (Abfall, Trinkwasser, Abwasser, Gebäude, Verkehr) und legen den Fokus auf Fragen der künftigen Energieversorgung und auf die nachhaltige Quartier- und Siedlungsentwicklung. Als Referenten wurden ausgewiesene Persönlichkeiten verpflichtet. Sie berichten – um nur einige Beispiele aus einer breiten Palette zu nennen – über den Ausbau von Kläranlagen zu Energieproduzenten, über die Umrüstung städtischer Infrastrukturen für das anbrechende Zeitalter der Elektromobilität oder über die Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen Kehrfahrzeugs, das zurzeit in Schweizer Städten im Piloteinsatz ist. Gegenstand der Fachtagung ist auch die Energiezentrale Forsthaus von Energie Wasser Bern. Die Anlage wird ab Mitte Jahr in Bern in Betrieb gehen und dereinst Fernwärme, Strom und Dampf für die Stadt Bern erzeugen und ermöglicht damit einen grossen Schritt hin zum Atomausstieg. Daniel Schafer (CEO Energie Wasser Bern) stellt die Energiezentrale Forsthaus an der Fachtagung vor und der Messestand von Energie Wasser Bern im «Quartier der Zukunft» macht sie dem Publikum zugänglich. Eine weitere Attraktion des «Städte- und Gemeindetag» ist das Referat von Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH. Er referiert unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit über die Hamburger HafenCity, eines der meistbeachteten Städtebau-Projekte Europas.

«Unternehmenstag» fokussiert auf Best Practice
Die zweite Fachtagung – der «Unternehmenstag» am 15. März – richtet sich an Spezialisten und Interessierte aus Unternehmen, darunter Führungskräfte und Techniker des Facility Managements sowie Fachpersonen für Ver- und Entsorgung, für Energie und Immobilienmanagement. Die sechs Veranstaltungsblöcke greifen die aktuellen Markt- und Technologietrends auf und stellen Best Practice-Beispiele in den Vordergrund. Themenschwerpunkte sind die Energieerzeugung durch Unternehmen, grüne Lösungen für Logistik und Infrastruktur, aber auch der Impact der Nachhaltigkeitsdebatte auf Immobilienmanagement und Firmenkultur. Drei Beispiele aus dem umfangreichen Tagungsprogramm: René Estermann, Geschäftsführer der Stiftung myclimate Schweiz, spricht über «Klimaschutz und Energiesparen zwischen Profit und Verantwortung». Ursula Renold, Direktorin des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie, zeigt auf, wie die Schweizer Wirtschaft mit dem von ihrem Bundesamt massgeblich entwickelten «Masterplan Cleantech» zum «grünen» Innovationsmotor wird. Joël Mesot, Direktor des renommierten Paul Scherrer Instituts in Villigen, berichtet über den Beitrag der Forschung zu innovativen Cleantech-Lösungen.

Marktdynamik dank Cleantech
Die Anbieter von Cleantech-Produkten und -Dienstleitungen repräsentieren einen bedeutenden Zweig der Schweizer Wirtschaft. Die Unternehmen erzielen eine Bruttowertschöpfung von rund 20 Milliarden Franken und tragen damit 3 bis 3,5 Prozent zum Bruttoinlandprodukt der Schweiz bei. Rund 160 000 Personen (4,5 Prozent der Beschäftigten) sind laut Schätzungen im nachhaltigen Wirtschaften tätig. Cleantech Produkte und Dienstleistungen haben einen vergleichsweise hohen Exportanteil. Knapp zwei Fünftel der Anbieter vertreiben ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Ausland. Etwa 15 Prozent der Schweizer Exportleistungen lassen sich Cleantech Produkten und Dienstleistungen zuordnen – bei steigender Tendenz. Grundlage für die gute Stellung der Schweiz auf dem Weltmarkt ist die Spitzenposition der Schweizer Forschung im Bereich der Energie- und Umwelttechnologien. Der «Masterplan Cleantech» des Bundes sowie die Cleantech Strategie Schweiz vom nachhaltigen und liberalen Wirtschaftsverband swisscleantech prognostizieren insbesondere bei erneuerbaren Energien und Materialeffizienz eine hohe Marktdynamik.